Michigan Avenue
Doch unsere Tour beginnt mitten im Loop, auf der Michigan Avenue. Auf der "Magnificent Mile" findet man die imposantesten architektonischen Sehenswürdigkeiten der Stadt. Die Gebäude auf der Westseite der Michigan Avenue, südlich vom Chicago River und in Richtung Grant Park liegend, bilden quasi das Gesicht der Stadt. Dass dieser Eindruck entsteht ist der Stadtplanung David Burnhams zu verdanken. Unter diesen Gebäuden findet sich z.B. die Public Library, die Orchestra Hall wie auch ein riesen Auditorium, das, wie so viele kulturelle Einrichtungen, im Zuge der World Columbian Exhibition entstanden ist (1893).
Los ging es an der Michigan Avenue Bridge in Richtung Süden, immer schön auf der östlichen Straßenseite, sprich der linken Straßenseite! So kann man die Gebäude auf der gegenüberliegenden Seite am besten betrachten. Als erstes fällt das Haus mit der Nr. 333 N. (für North) auf. Eigentlich sind es sogar zwei Gebäude, die 1928 von den Architekten Holabrid und Root errichtet wurden. Besonders interessant sind die Prägungen an der Hauswand, die an die Eingeborenen und Pioniere der Fort Dearbon-Zeit erinnern: Am Boden sind zudem Kacheln eingearbeitet, die das Terrain von Fort Dearborn markieren.
Das Carbide & Carbon Building
Wir gehen weiter Richtung Süden, passieren das Carbide & Carbon Building (artdeco; Michigan Ave. 230) und müssen noch mal anhalten vor dem "Michigan Avenue Building" (150 N.). Es ist eines der markantesten Beispiele postmoderner Architektur, wie sie vor allem in den 80ern in Chicago entstand. Das Dach wurde in einem 45 Grad Winkel aufgesetzt und die Form des Gebäudes sieht aus wie eine riesige Glasskulptur. Besser konnten wir das Gebäude sehen, als wir schon ca. zwei Blocks weiter gegangen waren, dann erkennt man erst die wirklichen Ausmaße und das einzigartige Design.
Ebenfalls nennenswert und beeindruckend ist das Cultural Center, das den gesamten nächsten Block einnimmt (78 E. Washington St.). Ursprünglich beherbergte dieses monumentale Gebäude die Stadtbücherei und wurde 1893 zur Columbian World Exhibition gebaut, in deren Zuge so zahlreiche kulturelle Institutionen entstanden. Heute ist hier noch eine kleine Bücherei, ansonsten dient das neoklassizistische Gebäude heute Ausstellungen und Aufführungen, außerdem finden hier zahlreich kostenlose Aktivitäten statt, wie z.B. Konzerte, Filmaufführungen oder Lesungen. Wir haben uns die Zeit genommen und uns auch das Innere der einstigen Bücherei angesehen. Sehr imposant, mit einer Marmortreppe und überraschender Weise vielen architektonischen Elementen aus dem alten Griechenland und der Renaissancezeit. Der Eintritt ist frei, von daher unbedingt mal reinschauen.
Der Grant Park
Auf unserem Weg in Richtung Süden - direkt am Rande von "Grant Park" entlang - sind uns schließlich noch zwei Gebäude besonders aufgefallen: zum einen das Chicagoer Athenaeum und das Amoco-Building. Ursprünglich hieß das Athenaeum Ward Tower, der 1899 für die Montgomery Ward Mail-Order Company gebaut worden war. Heute ist es ein Museum für Architektur und Kunst und stellt sehr gut die Errungenschaften der Stadt in diesen Gebieten dar. Auch hier ist der Eintritt frei und ein Besuch unbedingt empfehlenswert. Mit den Informationen, die man hier bekommt, geht man später ganz anders durch die Windy City!
Nach dem Museumsbesuch und genau an diesem Punkt lohnt es sich, sich einmal umzudrehen, da bekommt man einen sehr guten Eindruck der jüngst gebauten Hochhäuser in Chicago, und zwar derer, die zur so genannten "New East Side" gehören. Allen voran und auch das höchste Hochhaus neben dem Sears Tower ist das Amoco Building. Nun schlendern wir einfach weiter und sind doch schon etwas müde. Diese Tour dauert (mit den Museumsbesuchen) gute drei Stunden und schon von weitem sehen wir die großen Stufen des Art Institutes of Chicago, die zu einer kleinen Pause einladen.
Hier können wir außerdem den "Subway"-Laden empfehlen, der auf der gegenüber liegenden Straßenseite ist. Es ist nämlich recht schwierig in downtown Chicago günstig zu lunchen, geschweige denn zu Dinieren, von daher kann man sich hier ein gutes Sandwich zu einem fairen Preis-Leistungsverhältnis holen und auf die Stufen oder in den kleinen Park, direkt neben dem Art Institute setzen. Wer etwas gediegener essen möchte und vor allem ein paar illustren Gestalten der Chicago School of Art, die auch hier ist, begegnen möchte, der sollte sich für den Coffee Shop "Cosí" entscheiden, der nur wenige Meter neben dem Subway-Laden liegt. Hier gibt es modern food, sprich italienische Sandwiches und Salate und natürlich "good coffee"!
Das Art Institute
Das Art Institute ist unbedingt einen Besuch wert, wenn nicht zwei. Dafür sollte man einen gesamten Tag einplanen; am besten dienstags, da kostet es keinen Eintritt, denn sonst ist es mit 10$ doch recht teuer. Hier findet der Kunstliebhaber übrigens alles vom Impressionismus bis zum ägyptischen Kunsthandwerk, also, Zeit mitbringen!
Nach einer kurzen Sandwichpause, einem halben Liter Pepsi Light und viel Sonne (ausnahmsweise ohne Wind!) machen wir uns auf in Richtung Wacker Drive, der selbst, wie auch seine Nebenstraßen so einiges zu bieten hat.
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