Die Metropole
Ob zu Wasser oder zu Land, im Laufe des 19. Jahrhunderts wurde Chicago zum Verkehrs- und Handelszentrum des Westens. 1818 wurde Illinois zum Staat erklärt und für Chicago begann die Blütezeit. Durch den Bau des Erie Kanals (1825) konnte man nun zwischen Chicago und dem östlichen Landesteil auf dem Wasser reisen, was natürlich auch den Handel vorantrieb. Schließlich wurde Louis Jolliet's Plan 1848 Wirklichkeit, als der Kanal, der den Lake Michigan mit dem Mississippi verband für den Schiffverkehr und damit für den Handel geöffnet wurde. In demselben Jahr entstand auch das "Board of Trade". Mit diesem Meilenstein wurde schnell klar, welch Schlüsselrolle Chicago für Handel und Transport haben würde. Schließlich wurde Chicago auch zu einer Art Eisenbahnmetropole: 1860 liefen hier 15 Zuglinien von 10 unterschiedlichen Railroad Companies zusammen. Während im Jahre 1830 in Chicago gerade einmal 50 offiziell ansässige Siedler waren, so waren es 1870, also nur 40 Jahre später, bereits 300 000 Menschen, die hier lebten.
Von Beginn an war Chicago damit auch für gesellschaftliche und politische Angelegenheiten ein beliebtes Pflaster. Abraham Lincoln gewann 1860 in Chicago die Präsidentschaftswahlen für seine republikanische Partei, auch die folgenden "Republic National Conventions" wurden in Chicago abgehalten und insgesamt 10 U.S. Präsidenten haben dort ihre Präsidentschaftsnominierungen gewonnen. 1865 wurden die "Stock Union Yards" gegründet. In diesen Vieh- und Handleshöfen wurden Rinder und Schafe gehandelt und durch die verarbeitende Industrie geschlachtet, verpackt und verschifft. Der Stock Yard war bis 1971 der größte und wichtigste Arbeitgeber Chicagos und an dem wirtschaftlichen Erfolg der Stadt maßgeblich beteiligt.
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