Streit um das Land
Die großen Entdecker Chicagos (1673) tragen so berühmte Namen wie Louis Jolliet oder Jacques Marquette. Sie waren die Entdecker des Mississippi und erkannten schnell welches Potential das Areal des heutigen Chicagos hatte: durch das graben eines Kanals würde die Möglichkeit einer Verbindung zum Golf von Mexiko geschaffen. Dass sie damit eine der wichtigsten Wasserstraßen für die Entwicklung Nordamerikas planten, war ihnen sicherlich noch nicht bewusst.
Es dauerte schließlich bis 1779 bis sich die ersten Nicht-Eingeborenen im Gebiet des heutigen Chicagos niederließen. Sie siedelten entlang des Chicago Rivers, was heute dem Gebiet der Michigan Avenue entspricht. Markstein dieses "Settlements" war der von Jean Baptiste Point DuSable eingerichtete Handelsstandort. Die Ironie des ersten weißen Siedlers war jedoch, dass er ein französisch Stämmiger aus der dominikanischen Republik war und somit ein Schwarzer: "the first white man to settle in the region is actually white."
Der Handel für Getreide und Felle war schon bald sehr wichtig geworden und der von DuSable errichtete Handelsknoten wurde schließlich von dem, ebenfalls als Gründungsvater bekannten ischen Händler John Kinzie aufgekauft.
1803 wurde das berühmt berüchtigte Fort Dearborn gebaut, das ein wichtiger Meilenstein in der Stadtgeschichte darstellt. Stichwort ist hier das "Dearborn Massaker". Diese Geschichte muss kurz erzählt werden, da man im heutigen Chicago (vor allem als Tourist) immer wieder auf ihre Zeugnisse stößt. Das Fort diente als militärische Festung im Kampf gegen die Eingeborenen (die Potawatomi), die die Amerikaner seit Beginn des Settlements aus der Region zu vertreiben suchten.
1795 gelang es Colonel Anthony Wayne einen Landstrich südlich des Chicago River (heutiges downtown) von den Potawatomi zu erobern, die Rache für diesen Landgewinn sollte jedoch grausam sein. 1812 griffen die Eingeborenen auf furchtbare Weise das Fort Dearborn an. Die Amerikaner stritten sich just zu dieser Zeit mit den Engländern um die Grenze zu Kanada und erwarteten jederzeit einen Angriff der Engländer. Da sie sich im Fort zu isoliert und nicht flexibel genug fühlten entschieden sie sich auszuziehen.
Noch während des Auszugs wurden sie durch den Angriff der Potawatomi überrascht. Diese metzelten die Amerikaner regelrecht nieder und machten das Fort dem Erdboden gleich. Heute wissen wir, dass dies ein kleiner Erfolg für die Potawatomi war, schließlich wurden über 5000 von ihnen in Reservate gebracht oder vertrieben. Ihr bekannter Stammesführer "Black Hawk" unterzeichnete schließlich 1833 einen Vertrag, der ihre Ländereien östlich des Mississippi den Amerikanern überließ.
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